Schlammlawine vom Acker

Vorab, ich habe prinzipiell Hochachtung vor dem Beruf des Landwirtes, weil seine Arbeit schwer und wertvoll für die Gesellschaft ist. Aber viele Probleme mit unserer Landwirtschaft könnten mit der Vernunft unserer Vorfahren beseitigt und vermieden werden. Nach der Schlammlawine in Zingst im Jahr 2017 war die Entrüstung über die Umweltministerin groß. Zu wenig Fürsorge, zu wenig öffentliche Bestürzung. Die jetzt eingesetzten einfachen Maßnahmen, wie quer zum Hang pflügen, Anbringen von Querriegeln aus Naturmaterial oder Anlage von Heckenschutzstreifen sind kein Hexenwerk. Jeder auf Vorsorge bedachte Bauer kann selbst darauf kommen und damit seinen Agrarbetrieb mit dem öffentlichen Interessen auf Schutz des Bodens in Einklang bringen. Ich beobachte in meiner Gegend zu oft, dass bis zur Wegkante gepflügt wird, dass Bäume am Wegrand kaum 50 cm Wurzelraum zum Acker bekommen, dass Grünränder von Windschutzanlagen umgepflügt wurden, obwohl sie nicht mal im Eigentum des Landwirtes sind.

Sich jeden Quadratmeter gierig zur Ackerfläche einzuleiben und anzumelden, bringt in der finanziellen Bilanz mehr, als Natur –und Bodenschutz zu betreiben, wie es ein Heger und Pfleger eigentlich tun sollte. Auf Natur-und Bodenschutz basierende Agrarsubventionen würden ein anderes Verhalten befördern und das Ansehen des ehrenwerten Berufes vor Ort wieder herstellen.

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